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Tango A - Z

Das kleine Bewegungslexikon

Dieses kleine Glossar rund um die  Bewegungsprinzipien des Tangos ist eine  Auswahl aus dem spanischen, deutschen und auch englischen Tango Vokabular, welches nicht immer in einem Wörterbuch zu finden ist. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch die Meinungen zu einzelnen Begriffen und/oder deren Schreibweise gehen häufig auseinander.

El Tango vive - Der Tango lebt und entwickelt sich ständig in Musik, Tanz und Literatur weiter, ebenso bleibt dieses kleine Lexikon offen für konstruktive Anregungen und Ideen!

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z

 

A

Abanico

Fächer  > eine Schrittfolge, die auf dem Boden das Bild eines Fächers zeichnet

 

Abrazo

Umarmung  > aus ihr entsteht die individuelle Tanzhaltung im Paar. Sie  kann eng (cerrado) oder offen (abierto) sein und kann je nach Musik und Tanzstil variieren, manchmal auch innerhalb eines Musikstückes

acariciar

streicheln  > eine mit dem Fuss ausgeführte Verzierung

Achse

die Körperaufrichtung zwischen Fußsohle und Scheitel 

adelante

vor(wärts)

Adorno

Verzierung  > Oberbegriff für eine mit dem freien Fuss ausgeführte Bewegung, um die Musik zu interpretieren. Wird nicht geführt, kann in beiden Rollen getanzt werden

a favor

zugunsten  > mit dem Bewegungsfluss, nicht entgegen wie z.b. beim Boleo

Aguja

Nadel  > Drehen auf dem auf der Fußspitze aufgestelltem Fuss, manchmal in Showauftritten zu sehen

 

Alteración

Richtungswechsel  > zb vom rückwärts Schritt zu angedrehtem vorwärts Schritt  > anticódigo

Amague

Finte  > das Antäuschen eines Schrittes

Americano

> Salida Americana

Anticódigo

Gegencode > gegen die übliche Reihenfolge, dh. zb. auf einen rückwärts Schritt folgt ein angedrehter vorwärts Schritt  > Alteración

Apilado

aufgehäuft  > aneinander angelehnt, sehr enge Tanzumarmung

Arrastre

Ziehen/Hinter sich her Schleifen  > die freien Füsse schieben bzw. „ziehen“  > Barrida

atrás

rückwärts/ zurück

 
 
 
 
 
 
 

B

Bailarín/a; bailar

Tänzer/in; tanzen

Balanceo

Balancieren  > gemeinsame Standbein Verlagerung vor dem ersten Schritt

Baldosa

Kachel/Fliese  > eine feste Schrittreihenfolge von 6 Schritten fast wie auf einem Quadrat

Bandoneón

Bandoneon, das typische Tango Instrument, das zum grossen Teil den charakteristischen Klang der Tangomusik ausmacht > Wikipedia

Barrida/ barrer 

Fegen  >  die Füsse werden „geschoben“  > Arrastre

Base

Grundlage/ Basis  > Kurzbezeichnung für Paso básico (Basisschritt, auch parallele Base genannt oder manchmal als Grundschritt bezeichnet). Damit wird meist  eine feste Reihenfolge von 8 Schritten im parallelen System gemeint, in der das Überkreuzen der Füsse vorkommt. Durch das improvisierte Tanzen wird die feste 8er Reihenfolge aber meist spontan verändert, um dem improvisierten Tanzen zur Musik treu zu bleiben

Base cruzada

gekreuzte Base  > Base im gekreuzten System, bei dem sich kurz die gleichnamigen Beine miteinander bewegen, bevor das Vorne Kreuzen der/des Folgenden wieder das  Voreinander Gehen im "normalen" parallelen System ermöglicht

Bicicleta

Fahrrad  > die jeweils freien Füsse verhaken sich am Spann und führen eine Radfahrbewegung aus

Boleo

Schleuderbewegung > das freie Bein wird in eine kontrolliert schleudernde, manchmal gleichbleibend fliessende Bewegung geführt, häufig aus Ochos (Boleo circular im Unterschied zu einem Boleo linear, auf der Linie). Das freie Bein kann zb. über den Boden oder als Haken oder Schleifenbewegung durch die Luft geführt werden.

Manchmal auch  > Voleo geschrieben

 
 
 
 
 
 

C

Cabeceo

Kopfnicken  >  traditionelle Aufforderung eines/r Tanzpartner/in nach dem vorangegangenen Augenkontakt ( > mirada ). Nach dem zustimmenden Kopfnicken der/des Anderen gilt dies als Verabredung für die nächsten Tänze

Cadena

Kette  > eine sich wiederholende Schrittreihenfolge, die sich ineinander verkettet zb. in Sacadas

 

Calecita

kleines Karussell  > eine geführte Drehung um einen festen Mittelpunkt

            

caminar/ caminada

das Gehen > die Art des Gehens, das Zelebrieren jeden Schrittes

Cambio de Dirección

Änderung der Richtung zb. in einer Drehung

Candombe

einer der Ursprünge des Tangos, Tanz mit afrikanischen Wurzeln, die Musik ist ähnlich wie die Milonga im 2/4 Takt und die Rhythmusinstrumente geben die fröhliche Dynamik vor

 

Canyengue

früher Tango Tanzstil Ende des 19./Anfang des 20.Jhds. zu den schnellen und rhythmischen Tangos. Die Tanzhaltung ist anders als bei den heutigen Salon Stilen: Mann und Frau tanzen im rechten Winkel zueinander, eng, mit tief gebeugten Knien und dem offenen Arm auf Hüfthöhe

 

Caricia

Streicheln/Zärtlichkeit  > zb. ein leichtes Berühren des Partnerbeins mit dem Fuss

 

Cepillada

gebürstet/das Bürsten  > eine Verzierung, zb. der freie Fuss macht eine bürstende Bewegung wie beim Schuhputzen 

 

Chacarera

argentinischer Volkstanz, Frauen und Männer stehen sich paarweise in Reihen gegenüber und tanzen eine feste Choreografie. Chacarera wird manchmal auch auf Tangoveranstaltungen (Milongas) gespielt

Choreografie

festgelegte Schrittreihenfolgen sind das Gegenteil vom improvisierten Tango, werden aber häufig für den Bühnentango einstudiert und perfektioniert

circular

kreisförmig

Código

Kodex  >  Verhaltensregeln auf einer Milonga, wie zb. das Auffordern durch Cabeceo, das Einhalten der Ronda etc.​

Colgada/ colgar

hängend/ angehängt  > die Tänzerfüsse teilen sich denselben Mittelpunkt, während die Torsos nach aussen gelehnt mit der Schwerkraft spielen, auch als gedrehte Bewegung möglich

 

Compás

Takt  > rhythmische Grundstruktur eines Musikstücks

Contratiempo

Gegen-Beat/Schlag  >  häufig die kleinen Zwischenschläge 1 UND 2 UND…

Corrida/ correr

Lauf/ laufen, rennen  >  eine kleine Anzahl schnell gelaufener Schritte

 

cortado (Ocho)

(ab)geschnitten/ unterbrochen  > ein „unterbrochener“ Vorwärts Ocho, bei dem ein Seitschritt ergänzt wird und der Vorwärts Ocho traditionell als enges Einkreuzen ( > Cruce) getanzt wird

 

Corte

Schnitt  >  abrupter Stop eines Schrittes

Cortina

Vorhang  > Zwischenmusik, die zwischen den jeweiligen Tandas (den 3-4 Tangos, Valses oder  Milongas vom selben Orquesta) aufgelegt wird. Sie ist ein guter Zeitpunkt, um die Tanzfläche zu verlassen oder mit einem neuen Tanzpartner/einer neuen Tanzpartnerin zu betreten.

 

Cosida

das Genähte  > Bein fädelt sich bewusst in einen Schritt ein und hebelt sanft das freie Bein heraus  > invasión

 

cruzado

gekreuzt  > zb. gekreuzte Position im Kontrast zu offener Position oder auch Bezeichnung des gekreuzten Bewegungssystems (linkes Bein bewegt sich mit linkem Bein, rechtes mit rechtem)

 

Cruz

Kreuz  > das Kreuzen, die Füsse stehen eng überkreuzt

Cunita

kleine Wiege  > langsamer Wiegeschritt

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

D

derecha 

rechts

derecho 

geradeaus

Desplazamiento 

Verschiebung > die Achse wird durch eine Sacada verschoben

Disociación 

Dissoziation/Trennung >  Spiralverbindung/Verdrehung zwischen Oberkörper und Unterkörper (Hüfte bis Fuss)

 

Drehung/ drehen 

1. Eine Drehbewegung kann auf dem vorderen Teil des Fusses ausgeführt werden > Pivote

2. bezeichnet das Umeinander Herumgehen, sich dabei immer mit den Oberkörpern zugewandt, häufig mit der typischen Schrittabfolge Vorwärts, Seitschritt, Rückwärts, Seitschritt, manchmal um einen imaginären 

Mittelpunkt, machmal ist eine/r von beiden der Mittelpunkt der Drehung ( > molinete > giro)

Dynamik 

die freie musikalische Interpretation ermöglicht, dass die tänzerischen Bewegungen unterschiedlich schnell, langsam, kraftvoll, fliessend, verhalten etc. geführt und ausgeführt werden können

 
 
 
 

E

Eje 

Achse  > die Körperaufrichtung zwischen Fußsohle und Scheitel

 

Electrotango 

Tango electrónico  nennt man eine Abmischung und/oder ein Arrangement von klassischer Tangomusik des Tango  mit elektronischen Beats und Klängen. Beliebt für den Neo Tango Tanzstil  

empujada 

geschoben, gestoßen  > kleine aktive Schiebebewegung mit dem Fuss  ins Kreuz (eingekreuzte Fussposition) > Barrida

en contra 

entgegen/ gegen

Enganche 

Anhängerkupplung  > ähnlich wie Ganchos sich kurz verhakende Beine, z.B. im  Seitschritt einer Drehung/Giro, den Bewegungsfluss weiterführend

Enganchada 

u.a. verhakt  > zb. rückwärts extrem hinterkreuzter Schritt fast auf der Stelle

 

Enrosque/ enroscar 

Schraube/ verschrauben  > sich verschraubende Beine als Mittelpunkt einer Drehung

 

Entrada 

Eingang  > 1. Beginn eines Tanzes, erster Schritt in den Tanz hinein 2. ein Schritt  in die Schrittbewegung der/s Anderen, ohne das andere Bein zu berühren > Sacada

Espejo 

Spiegel  > Tanzschritt, bei dem beide Partner im vorwärts ocho gespiegelt zueinander gehen, auch > Promenade genannt

 
 
 
 

F

Fanfarrón 

Angeber/in  > rhythmisches Klopfen oder Stampfen des Fußes im Rhythmus  der Musik für drastische und emotionale Effekte > golpe(cito)s

Firulete 

Schnörkel  > Oberbegriff für Verzierungen, die mit dem Spielbeinfuß am Boden ausgeführt werden, um die Musik zu interpretieren zb > Cepillada  > Lápiz  > Lustrada

Führen und Folgen 

das Grundprinzip, auf das das improvisierte Tanzen des Tanzpaares zur (Tango)Musik aufbaut

Führende/Folgende 

der Tango funktioniert durch das Verstehen und Ausführen der sich ergänzenden „Rollen“, traditionell „führt“ der Mann, „folgt" die Frau, tatsächlich ist aber das eindeutige „Führen“ und selbstbewusste „Folgen“ völlig geschlechterunabhängig

 
 
 

G

Gancho 

Haken >  ein „im Weg“ stehendes Bein des Partners/der Partnerin provoziert ein „Einhaken und Aushaken“ des freien Beins (geführt aber durch den Oberkörper/die Umarmung) , meist aus Vorwärts oder Rückwärts Ochos bzw. Schritten in der Drehung/ Molinete

gekreuzte Base 

> base cruzada

gekreuztes System 

beide Tanzpartner/innen bewegen das gleichnamige Bein, also beide links oder beide rechts, im Gegenteil zum parallelen System, wo beide rechts mit links oder links mit rechts bewegen. Alle Tangobewegungen lassen sich in beiden „Systemen“ tanzen und ein häufiger Wechsel zwischen beiden Systemen durch 

Zwischenschritte ist innerhalb eines Tangos sehr typisch

 

Girada 

ruckartige Drehung beider Beine im Milonga Grundschritt > baldosa

 

Giro 

Drehung > Giro bezeichnet das Sich um einander herum drehen, sich dabei immer mit den Oberkörpern zugewandt, häufig mit der typischen Schrittabfolge Vorwärts, Seitschritt, Rückwärts, Seitschritt. Manchmal um einen imaginären Mittelpunkt, machmal ist eine/r von beiden der Mittelpunkt der Drehung ( > molinete)

Man kann auch auf dem Fussballen um die eigene Achse drehen > Pivote

Golpe/ Golpecito 

Schlag/ kleiner Klaps >  rhythmisches Klopfen, Taps mit dem Ballen oder Unterseite der Zehen zur Musik (z.B. zur Gestaltung von Offbeats oder Synkopen: sincopado)

 

Grundschritt 

da der Tangotanz von einem Schritt zum nächsten improvisiert wird, ist im Prinzip kein Grundschritt nötig, trotzdem hat sich eine typische Abfolge von Schritten durchgesetzt: Sie dient als Grundstruktur, die aber im Bewegungsfluss immer wieder verändert wird  > Base

 
 
 
 
 
 
 

H

Habanera 

ein afro-kubanischer Tanz aus dem mittleren 19. Jahrhundert, Vorläufer des Tangos, rhythmische Grundfigur schneller auch in der Milonga zu finden

Haltung 

die Tanzhaltung ist individuell und stilistisch ganz unterschiedlich, in jedem Fall kann eine gesunde Aufrichtung im Paar zu einem harmonischen Tanzen verhelfen, das sich einander Zuwenden ist im traditionellen Tango sehr typisch

Hamaca 

Hängematte, Schaukel > meist ist ein kleines wiegendes Hin- und Herdrehen der Umarmung im Stehen gemeint, die Füsse bleiben geschlossen

 

I

Improvisación 

Improvisation ist die Basis des sozialen Tangotanzes. Das spontane und kreative Erfinden der Schrittreihenfolgen wird ermöglicht durch die klare Rollenverteilung im Paar, ausgelöst durch die individuelle Musikinterpretation.

 

Invasión 

Eindringen > Verdrängen/Umleiten eines Beins. Bei einer tiefen Sacada wird das Bein, an dem die Sacada ausgeführt wurde, im nachfolgenden Schritt verdrängt bzw umgeleitet

 

izquierdo/a 

links

 
 

J

juntar 

zusammenbringen/ verbinden  > zb. eigene Knieinnenseiten oder Fussknöchel zusammenbringen oder vorbeistreifen in der Bewegung​

 

K

Kreuz

eng überkreuzte Füsse > in der Base typischerweise mit dem linken Fuss vor dem rechten

 
 

L

Lápiz 

Bleistift  > kleine Kreise mit der Fussspitze auf dem Boden malen, manchmal sogar während einer Drehung auf dem Standbein

Lateral 

seitlich

Leader/Follower 

Führende/Folgende, traditionell Mann/Frau, Männerrolle/Frauenrolle

 

Levantada 

(Er)Heben > eine  kleine Führungsbewegung nach oben, um auf der Stelle zu bleiben, eher nicht sichtbar

 

llevar

(hin)bringen u.a. > führen > marcar

Lunfardo 

besonderer (spanischer) Dialekt, in der Tango-Lyrik und der Terminologie allgemein als Gauner Sprache bezeichnet. Im 19.Jhd in Buenos Aires entstanden durch verschiedenste Kulturen und soziale Stände geprägt, viele Tangotexte sind durch das spezielle Vokabular manchmal nur schwer zu verstehen

 

Lustrada 

zum Glänzen bringen/Polieren > z.B. die/der Folgende putzt sich den Schuh des Spielbeins an dem eigenen Standbein oder des/der Partner/in

 
 
 
 
 

M

marcar 

markieren/anzeigen > llevar  > führen

 

Medialuna 

Halbmond >  1. halbmondförmige Schrittfolge, halbe Drehung (rück seit vor)

2. Bezeichnung für Croissant in Buenos Aires

 

Milonga 

1. Ort zum Tangotanzen, Tangotanzveranstaltung

2. Musikalisch und tänzerisch eine der drei Hauptgattungen, die neben dem Tango und dem Vals für eine fröhliche, dynamische Stimmung auf der Tanzveranstaltung  sorgt. Im 2/4 Takt sehr rhythmisch mit 

einfachem Schrittmaterial tanzbar. Immer gleichmässig auf den vollen, schweren Taktschlag (Milonga Lisa) oder mit Schritt Verdopplungen (Milonga Traspiés )

Milonguero/a

Person, die sehr viel und regelmässig auf Milongas tanzt und deren Leben sich um den Tanz und die Philosophie des Tango dreht

Milonguero Ocho

> Ocho cortado

Milonguero Stil

estilo milonguero; ein Tanzstil in enger Umarmung und mit Schrittmaterial, das sich gut auf vollen Tanzveranstaltungen tanzen lässt

 

Mirada

Blick  > Blickkontakt beim Auffordern zum Tanz. Idealerweise folgt nach dem Blickkontakt der Cabeceo.

 

Molinete

Windmühle  > typische Drehstruktur vor seit rück seit ( > Giro > Drehung)

 

Mordida

> Sandwich/Sanguichito

 
 
 
 
 
 

N

Neo Tango 

Tanzstil seit ca. 2000 zu moderner Elektrotango, oft auch Non Tango (Nicht Tango) Musik. Die offene Umarmung darf hier sogar zwischendurch gelöst werden, und macht grössere Spielereien mit Achsen, diverse Sacadas, Soltadas usw. möglich, die im geschlossenen Tango de Salón nicht getanzt werden. Durch die gleichbleibenden Elektrobeats tritt das rhythmische Tanzen etwas zurück und der Fokus liegt auf fliessenden bis hin zu sportlichen Bewegungen.

 

Nuevo 

neu > Tango Nuevo

 
 

O

Ocho 

Acht  > während der Oberkörper zum Partner/zur Partnerin gewendet wird, wechseln sich ein überkreuzter Schritt mit einem Pivote (Drehen auf dem Standbeinfuß) ab, sodass eine auf dem Boden liegende 8 entsteht. 

Im Ocho adelante (Vorwärts Acht) wechseln sich vorwärts Schritte, im Ocho Atrás (Rückwärts Acht)  rückwärts Schritte mit dem Pivote ab.

Ocho cortado 

der „geschnittene“ (unterbrochene) Ocho hat viele Gestaltungsmöglichkeiten, häufig wird das Drehen im vorwärts Ocho erst in dem angehängten Seitschritt ausgeführt, traditionell wird auf der einen Seite der Vorwärts Schritt auch mit einem Einkreuzen der Füsse ausgeführt

 

Offbeat

gegen den Beat/ Taktschlag

Orquesta (Típica)

"Typisches" Orchester bezeichnet die Tangoorchester, die sich zwischen 1915 und 1920 in Argentinien und Uruguay zu entwickeln begannen. 

In der Regel ist ein Orquesta Típica u.a.mit Piano, Streichinstrumenten und mehreren Bandoneon besetzt. Vorläufer war das  Sexteto Típico (typisches Sextett) mit 2 Bandoneon, 2 Violinen, Piano und Kontrabass

 
 
 
 
 

P

Parada 

Haltestelle/Stop  > ein Schritt wird mitten in der Bewegung gestoppt, häufig mit einem Fuss heransetzen an den Partnerfuss kombiniert

parallele Base 

Damit wird meist  eine feste Reihenfolge von 8 Schritten im parallelen System gemeint, in der das Kreuz der/des Folgenden vorkommt. Durch das improvisierte Tanzen wird die feste 8er Reihenfolge aber häufig spontan verändert > Base

 

Paralleles System 

alle Tanzbewegungen finden im parallelen Bewegungssystem statt, wenn sich jeweils das linke und das rechte freie Bein gleichzeitig bewegen. Durch „versteckte“ Zwischenschritte kann man jeweils ins gekreuzte (Bewegungs)system rein und rauswechseln

 

Pasada 

Übergang/ Vorbeigehen u.a.  > bezeichnet häufig das Übersteigen des Partnerbeins nach einem Stop  > Parada 

 

Paso / pasito 

Schritt/ kleiner Schritt

Pasos de lado 

Seitwärtsschritte

Paso básico 

Basisschritt ("Grundschritt") > parallele Base oder einfach > Base

Patada/ Patadita       

(kleiner) Fusstritt/ Stoss   > ein kleiner Kick zwischen die Beine des/der Partner/in ohne Berührung 

 

Picado 

gehackt, angepickt > Verzierung oben auf Ferse

Pié 

Fuss

Pierna 

Bein

Piernazo 

„Schlag mit dem Bein“ > damit ist meist eine Art Gancho am Körper gemeint, häufig wickelt sich das freie Bein für einen Moment um die Hüfte oder Taille des Partners/der Partnerin, im Neo Tango beliebt

 

Pivote 

Drehpunkt > Drehen um die eigene Achse auf dem Vorderfuss/Fussballen

 

Pivotillo 

eine kleine schnelle Pirouette > In der Drehung legt die/der Folgende den freien Arm eng an den Körper und dreht auf einem Bein, das zweite Bein wird eng angeschmiegt.

 

Pista 

Piste u.a. > Tanzfläche

Planeo 

Gleitflug, Schweben  > Die Fussspitze des gestreckten Spielbein zeichnet einen Kreis auf dem Boden, während der Standbeinfuss pivotiert (auf dem Ballen dreht)

 

Postura

Haltung

 

Práctica

Übung, Praxis u.a.  > die Veranstaltung und der Ort zum Üben für TangotänzerInnen (practicar – üben, trainieren)

 

Promenade

> Espejo

 

proyección

Projektion  > Das freie Bein wird in die Bewegungsrichtung vorweggestreckt, bevor ein Gewichtswechsel erfolgt

 

Punta 

Fußspitze

 

Punto 

Punkt  > auftippen mit dem Fußballen zur Gestaltung des Rhythmus

 
 
 
 
 
 
 

Q

Quebrada

Schlucht, Bruch; Gebrochen  >  ein Stopp im Tanzfluss verbunden mit dem 'Bruch' bzw. einem Biegen der Achse

 

Queer Tango

bezeichnet den Tango unter gleichgeschlechtlichen Partnern. Die Rollen der/des Führenden muss nicht festgelegt sein, sondern kann auch während des Tanzes wechseln.

 

R

Rebote

Rückprall, Zurückschnellen > entweder im doppelten Tempo geführter, abgebrochener linearer Schritt > Corte oder im > Boleo beim schnellen Zurückdrehen

Resolución

Auflösung   > Einen Abschluss herbeiführen

Rhythmus/ Rhythmisierung

die freie musikalische Interpretation ermöglicht vom gleichmässigen Takt  ausgehend die Tangobewegungen in unterschiedlicher Schnelligkeit zu führen und auszuführen > Dynamik

Rolle

der improvisierte Tango als Paartanz erfordert das Annehmen und Ausführen von zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Rollen: traditionell Mann/ Frau, bei gleichgeschlechtlichen Tanzpaaren Führende(r)/ Folgende(r), Leader/Follower

Ronda

Runde/ Rundgang u.a.  >  in der Milonga wird links herum gegen den Uhrzeigersinn getanzt, je nach Menge der Tanzpaare in nebeneinanderliegenden Spuren, die man versucht einzuhalten. Idealerweise passen sich alle dem allgemeinen Tanzfluss an.

 
 
 

S

Sacada

heraus/weggenommen, hervorgezogen u.a.  > Das Spielbein tritt in einen vorwärts, seitwärts oder rückwärts Schritt des Partners/der Partnerin ein und „verdrängt“ dessen/deren Bein. Obwohl sich dabei die Unter- oder Oberschenkel berühren können, ist die vorausgehende Führung im Oberkörper angelegt. > Entrada  > Invasión

 

Salida

Ausgang/ Start u.a. > Kann mehrere Bedeutungen haben: 1. Startschritte, die ersten Schritte im Tangotanz 

2. Spurwechsel auf die Nebenbahn. 3. Manchmal wird auch die parallele Base damit bezeichnet 

4. das Verlassen eines gerade eingeschlagenen Tanzschrittes

Salida Americana

auch Promenade genannt oder Espejo, in dem beide im vorwärts ocho gespiegelt zueinander stehen . Kann auch im gekreuzten System und mit mehreren Schritten in die gleiche Richtung getanzt werden, während die Oberkörper einander zugewandt bleiben

 

Salón

Wohnzimmer, Saal   > Tanzraum

Saltito

kleiner Sprung oder Hüpfer 

 

Saludo

Gruß > eine Verzierung, bei dem der freie Unterschenkel am Standbein hochgezogen wird

Sandwich/ Sanguichito

Position, bei der ein Fuss 'eingeklemmt' d.h. links und rechts  von beiden Füssen des Partners/der Partnerin eingeschlossen wird > mordida

 

seguir

folgen

Sentada

Sitz    > scheinbares Sitzen der/des Folgenden auf dem Oberschenkel der/des Führenden, häufig auf der Bühne zu sehen

sincopado

synkopiert  >   vom Takt als gleichmässigem Metrum ausgehend eine rhythmische Verschiebung, genauer gesagt: eine Betonung zwischen den Taktschwerpunkten.  Das kann eine einzelne Note sein oder eine  ganze Reihe von Noten

 

Sistema paralelo/ Sistema cruzado  

> paralleles System > gekreuztes System

Sobrepaso

Übersteigen/Übertreffen > Kleine Zwischenschritte (Verdoppelungen) vom/von der Führenden, während der/die Folgende auf den normalen schweren Taktschlag geht

 

Soltada/ soltar

freigegeben/loslassen  > Das Loslösen aus der Tanzhaltung > Abrazo, sodass man für einen Moment nebeneinander oder sogar hintereinander tanzt, um sich wieder in der Umarmung zu finden

 

Sostenida

Gehalten/ Anhalten >  Einfrieren in der Bewegung vor allem im Neo Tango kultivierte Form, den Tanzfluss zu unterbrechen

Spielbein/ Standbein

das freie, unbelastete Bein wird oft als Spielbein bezeichnet, das belastete als Standbein, auf dem sich das Körpergewicht befindet

Spurwechsel

beschreibt den Moment, des Wechsels vom Miteinander Gehen auf gemeinsamer Bahn auf eine diagonal versetzte Nebenspur oder wieder zurück

 

Synkope, synkopiert

> sincopado

 
 
 
 
 

T

Tacón/ Taconéo

Absatz >  Klopfen mit dem Absatz auf den Boden

 

Takt

Einteilung eines musikalisch (-rhythmischen) Ablaufs  eines Musikstücks in gleiche Einheiten mit jeweils einem Hauptakzent am Anfang und festliegender Untergliederung in betonte und weniger betonte Schläge > compás

 

Tanda

Eine Sequenz von 3 - 4 Musikstücken, die in ihrer Art ähnlich und zusammenhängend dargeboten werden, meist vom gleichen Orquesta/Sänger. Traditionell abwechselnd zb 2 x 4 Tangos, 3 - 4 Vals, 2 x 4 Tangos und 3 Milongas 

mit musikalischen > Cortinas unterbrochen. Häufig wird eine Tanda mit dem gleichen PartnerIn getanzt, bevor in der Zwischenmusik durch > Mirada und einen > Cabeceo neue TanzpartnerInnen gesucht und aufgefordert werden 

Tango (Argentino)

Unter dem Oberbegriff Tango wird sowohl der Tanz als auch die Musikrichtung Tango verstanden:

Tango ist eine Musikrichtung, deren Zentren Buenos Aires, Argentinien, und Montevideo, Uruguay, sind. Heute gibt es hauptsächlich drei Stilrichtungen: Den Tango im 4/8-Takt, die Milonga im 2/4-Takt und den Vals im 3/4-Takt. Weitere Stilrichtungen sind z. B. Candombe (mit afrikanischen Einflüssen) und Canyengue als Tanzstil. Tango-Musik wurde ab etwa 1920 in alle Teile der Welt exportiert (insbesondere nach Europa und Japan in den jeweiligen Tango-Modewellen), in vielen Ländern musikalisch adaptiert und zu eigenständigen Kunstformen weiterentwickelt (siehe hierzu Europäischer Tango und Finnischer Tango). In die E-Musik wurde der Tango insbesondere durch das Werk von Astor Piazzolla integriert.

Der Tanz wird häufig als Tango Argentino bezeichnet, doch ist er rund um den Rio de la Plata, ab Mitte des 19.Jhds unter dem Einfluss verschiedenster Kulturen entstanden. Buenos Aires in Argentinien gilt bis heute unbestritten als sein Zentrum, sodass der Tango weltweit weiterhin als "Argentinischer Tango" bezeichnet wird, während er in Südamerika einfach als "Tango" betitelt wird. Er entwickelt sich bis heute in Musik, Poesie, Tanz und als Kulturphänomen weiter. Als Tanz gibt es ihn auf der Bühne bis hin zu Weltmeisterschaften, der soziale improvisierte Tango ist dagegen für alle gedacht und ganz individuell für alle Erfahrungsstufen tanzbar.

Neben dem sozialen improvisierten Tangotanz existieren auch gleichnamige "Geschwister" wie der Tango Argentino aus den Standard Tänzen sowie der finnische Tango, die aber beide andere Tanzprinzipien und stilistisch andere Musik verwenden.

Tango liso

„Einfacher“ Tango > schlichtes Schrittmaterial wie auch in der > Milonga

 

Tango Vals

> Vals

Tango Canción

Tango Lied/ gesungener Tango

Tanguera/o

Anhänger des Tango in jeder Form, ob als Musiker, Tänzer oder Tangoliteraturinteressierte/r

 

Tango Stile

zeitgleich zur musikalischen Entwicklung des Tangos haben sich auch verschiedene Tanzstile mit unterschiedlichen Tanzhaltungen > Abrazos herausgebildet, auch die Musikinterpretation und das bevorzugte Schrittmaterial kann variieren

 

Tango de Salón

Salon Tango > die Tanzumarmung kann enger, weiter oder V - förmig auf der umarmenden Seite sein, beide halten ihre Achse selbst, das Schrittmaterial ist für den sozialen Tango angepasst ohne Bühnenelemente

 

Tango Fantasía/Escenario

andere Tanzsparten von Ballett über Modern zu akrobatischen Einlagen verbinden sich mit traditionellem Schrittmaterial zu festgelegten Choreografien für die Bühne

Tango Nuevo

Tango Musik ab Ende der 50er Jahre, stark durch Astor Piazzolla und andere Musikerkollegen geprägt. Einflüsse aus dem Jazz und anderen Musikstilen bis hin zur Verwendung von elektronischen Instrumenten (Entwicklung hin zum Elektrotango/manchmal auch Neo Tango genannt)

 

Torsion/Spirale

Oberkörper und Unterkörper drehen sich in gegengesetzte Richtungen > disosiación

Traspiés

Stolpern >  Schrittverdopplungen, die das Tanzen rhythmisch interessanter machen, nicht nur in der Milonga

 
 
 
 
 
 
 

U

Umarmung

> Abrazo

 
 

V

Vaivén

Lauferei/das Gelaufe  > eine kurze rhythmische Sequenz gegangener Schritte in Bewegung und auf dem Platz, ein Hin und her

 

Vals

auch Tango Vals genannt, ist eine beschwingte Musik im 3/4 Takt, die auf den Veranstaltungen abwechselnd mit Tangos und Milongas verschiedener Orquesta gespielt wird. Rhythmisch erinnert er an den Wiener Walzer, wobei man im Tango Vals meist nur 1-2 Schläge von 3 vertanzt, das Schrittmaterial ist das Gleiche wie im Tango.

 

verkürzte Base  

verkürzter "Grundschritt", bei dem das typische Kreuzen weggelassen wird wie zb. in der > Baldosa

Verzierung 

eine mit dem freien Fuss ausgeführte Bewegung, um die Musik zu interpretieren. Wird nicht geführt, kann in beiden Rollen getanzt werden > Adorno  > Cepillada  > Firulete  > Lustrada

 

Volcada

gekippt (volcar/kippen)  > bewusstes Kippen der/des Folgenden aus der Achse, das Tanzpaar steht kurz aneinander angelehnt, um dann wieder in die Senkrechte zu kommen. Letzteres häufig mit leichter Kreisbewegung geführt, sodass das Spielbein der/des Folgenden eine Kreisbewegung macht, bevor der Fuss vorne oder hinterkreuzt, um in die Balance zu kommen

 

Voleo

andere Schreibweise von > boleo

 

Vuelta

Umdrehung/Kehrtwende   > Drehung am Platz zur Richtungsänderung

 
 
 

W

Wendung

die Oberkörper Wendung zueinander ist wichtig, um die Kommunikation und den Kontakt zwischen den beiden Tanzpartner*innen aufrecht zu erhalten

 
 

Z

Zamba

argentinischer Folkloretanz im 6/8 Takt, der manchmal auf Tangoveranstaltungen (als Showeinlage) zu sehen ist, das Tanzpaar umkreist sich mit schreitenden, eleganten  Schritten und schwenkt dabei Tücher in der Hand, die Tücher berühren und umschlingen sich, die Tänzer nicht

 

Zapato

Schuh

Zapateo

in der > Chacarera der Solopart der Männer, in dem sie mit rhythmischen Schritten, kleinen Sprüngen und Steptanz-ähnlich zur Musik improvisieren

 

Zarandeo

in der > Chacarera der Solopart der Frauen, in dem sie den weitausgebreiteten Rock hin- und herschwingen